Fremdwährungsdarlehen oder Auslandskredite ohne SCHUFA möglich?

Zwei weiße Würfel mit verschiedenen Währungssymbolen, Dollar, Pfund, Euro, Yen. Wechselkursrisiko bei Fremdwährungsdarlehen.

In Deutschland bekomme ich kein Darlehen wegen negativer SCHUFA Eintragungen.

Warum nicht ins Ausland ausweichen und dort einen Kredit beantragen – vielleicht sogar in einer fremden Währung?

Dieser Gedanke liegt nahe. Denn augenscheinlich ist das Tätigkeitsfeld der SCHUFA auf Deutschland beschränkt, sodass ausländische Banken keinen Zugang zur Datenbank haben.

So liest man jedenfalls häufig.

Richtig ist, ausländische Banken sind in der Regel keine Partnerunternehmen der SCHUFA. Sie nutzen die SCHUFA deshalb in den überwiegenden Fällen mit.

Nicht ganz richtig ist, dass die bei der SCHUFA gespeicherten Daten überhaupt keine Auswirkungen im Ausland haben.

Im Jahr 1990 wurde in Dublin die Association of Consumer Credit Information Suppliers (ACCIS) gegründet.

Es handelt sich um den Verband europäischer Kreditbüros. Die Mitglieder tauschen regelmäßig Daten untereinander aus.

Die SCHUFA ist Mitglied dieses Verbandes.

Es besteht mithin durchaus die Möglichkeit, dass ausländische Banken die ACCIS nutzen, und so an SCHUFA Daten herankommen, ohne ein Partnerunternehmen der größten deutschen Wirtschaftsauskunftei zu sein.

Im Folgenden wollen wir zunächst klären, was Auslandskredite und Fremdwährungsdarlehen überhaupt sind und worin die Unterschiede bestehen.

Dann gehen wir auf die Frage ein, in wieweit ein Kredit aus dem Ausland ohne SCHUFA oder ein Fremdwährungskredit ohne SCHUFA möglich sind.

Auslandskredite und Fremdwährungskredite: Was ist darunter zu verstehen?

Auslandskredite sind Darlehen, die von ausländischen Banken im Ausland stammen. Vergeben ausländische Banken, etwa über eine Filiale, Kredite im Inland, handelt es sich per Definition nicht um Auslandskredite.

Fremdwährungskredite sind Darlehen, die nicht in der einheimischen Währung vergeben werden. Konkret heißt das, Fremdwährungskredite sind Darlehen in einer anderen Währung als in Euro.

Auslandskredite können sowohl Fremdwährungskredite als auch Kredite in einheimischer Währung (Euro) sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob die kreditgebende Bank in einem Euro-Land ansässig ist oder nicht.

Fremdwährungskredite können Auslandskredite sein. Dann werden sie von einer ausländischen Bank mit Sitz im Ausland vergeben. Fremdwährungsdarlehen können aber auch Inlandskredite sein.

Dann werden sie von einer Inlandsbank, zum Beispiel einer deutschen Bank, im Inland vergeben.

Die meisten deutschen Banken stellen ihren Kunden auf Anfrage Fremdwährungskredite zur Verfügung. Nachgefragt werden solche Fremdwährungskredite vor allem von Unternehmen, die im Export- und/oder Importgeschäft tätig sind.

Kredite aus dem Ausland ohne SCHUFA in Deutschland

Der übliche Kredit ohne SCHUFA ist ein Auslandskredit, aber kein Fremdwährungskredit.

Alle deutschen Kredite ohne SCHUFA stammen letztendlich von der in Liechtenstein ansässigen Sigma Kreditbank AG. Sie können dort direkt online angefragt werden oder sie werden von Kreditvermittlern vermittelt.

Zwar wird in Liechtenstein nicht mit dem Euro, sondern mit dem Schweizer Franken bezahlt. Aber die schufafreien Kredite werden in Euro ausgezahlt und zurückgenommen.

Nähere Angaben zu den Auslandskrediten ohne SCHUFA finden Sie auf einer gesonderten Seite.

Andere schufafreie Kredite werden, soweit ersichtlich, in Deutschland nicht vertrieben.

Auslandskredite ohne SCHUFA im Ausland aufnehmen

Die erste Frage bei einem Auslandskredit lautet: Unter welchen Bedingungen ist eine Kreditaufnahme im Ausland überhaupt machbar?

Wird das Darlehen bei einer Bank im Euroraum aufgenommen, werden keine grundsätzlichen Schwierigkeiten entstehen.

Anders sieht es aus bei Fremdwährungsdarlehen. Eine Kreditgewährung an Ausländer ist in manchen Ländern nur unter Einhaltung bestimmter Restriktionen möglich.

Ob Auslandskredit in Euro oder in einer Fremdwährung, am einfachsten ist die Darlehensaufnahme, wenn der Kreditnehmer im Ausland seinen Wohnsitz hat und das Darlehen für eine Investition im Ausland bestimmt ist.

In allen anderen Fällen werden Privatpersonen bei der Kreditaufnahme auf technische Schwierigkeiten stoßen.

Ausländische Banken erwarten regelmäßig einen Kreditabschluss vor Ort. Der Kreditnehmer muss zu den Kreditverhandlungen und zum Kreditabschluss im Geschäftslokal der Bank erscheinen. Das ist natürlich mit Kosten verbunden.

Eine Alternative ist die Einschaltung eines Kreditvermittlers, mit dem die ausländische Bank zur Zusammenarbeit bereit ist.

Kreditvermittler arbeiten aber nicht umsonst. Die ausländische Bank wird die Provision des Kreditmarktplatzes nicht tragen wollen. Das dürfte immer Sache des Kreditnehmers sein.

Die zweite Frage lautet: Wie handhabt die ausländische Bank die Bonitätsprüfung?

Zunächst einmal wird die Bank die üblichen Anforderungen an das Einkommen stellen. Sie wird entsprechende Nachweise verlangen und besondere Sicherheiten verlangen.

Allgemein wird angenommen, dass gutes Einkommen und Vermögen sowie ausreichende Sicherheiten die wesentliche Rolle bei der Gewährung von Fremdwährungsdarlehen im Ausland spielen.

Darüber hinaus wird die Bank öffentlich zugängliche Quellen auswerten. Dazu gehören amtliche Schuldnerverzeichnisse aus Deutschland.

Insolvenz, Haftbefehl oder eidesstattliche Versicherung sind kann keinesfalls Merkmale, die die Bereitschaft einer ausländischen Bank zur Kreditvergabe besonders beflügeln. Eine Kreditablehnung ist mehr als wahrscheinlich.

Wie bereits in der Einleitung dargestellt, haben Banken durchaus Zugang zu SCHUFA-Daten über den Verband der europäischen Kreditbüros.

Eine große Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass ausländische Banken in Europa diese Möglichkeit vor allem bei höheren Kreditsummen nutzen.

Fazit: Rein formal mag bei Auslandskrediten eine Bonitätsauskunft der SCHUFA entfallen. Das bedeutet aber nicht automatisch eine Lockerung der Bonitätsvoraussetzungen.

Am ehesten werden Antragsteller in sehr guten Einkommens- und Vermögensverhältnissen Erfolg haben, wenn sie Sicherheiten stellen können, die das Kreditausfallrisiko der ausländischen Bank gegen Null reduziert.

Können Antragsteller diese Voraussetzung nicht erfüllen, werden Kreditnehmer, die wegen schlechter Scorewerte in Deutschland keinen Kredit kriegen, im Ausland ebenfalls leer ausgehen.

Ausländische Banken können übrigens die Bonitätsauskunft durch den deutschen Kunden selbst erledigen lassen.

Mit der Vorlage einer aktuellen kostenpflichtigen Eigenauskunft bei der SCHUFA ist das kein Problem.

Fremdwährungsdarlehen mit Risiken

Fremdwährungsdarlehen können Zinsvorteile und Währungsgewinne bieten. Für Privatpersonen überwiegen aber unseres Erachtens die Risiken.

Alle Fremdwährungsdarlehen beinhalten eine Währungsspekulation.

Entwickelt sich die Fremdwährung während der Kreditlaufzeit günstiger als die Heimatswährung, muss ein Betrag zur Rückzahlung aufgewendet werden, der den ursprünglichen Kreditbetrag übersteigt.

Wechselkursrisiken können zwar durch den Abschluss von Gegengeschäften minimiert werden. Solche Gegengeschäfte werden natürlich auch von Banken angeboten oder vermittelt. Aber dadurch entstehen Zusatzkosten.

Das Währungsrisiko ist nicht das einzige Risiko.

Banken vergeben Fremdwährungskredite überwiegend als endfällige Darlehen mit variablen Zinssätzen.

Die Jahreszinssätze sind nicht über die gesamte Laufzeit garantiert, sondern lediglich für beispielsweise drei Monate oder ein Jahr. Erhöht sich das Zinsniveau im Fremdwährungsland, entstehen zusätzliche Kosten.

Der Kreditkunde trägt grundsätzlich das Zinsänderungsrisiko.

Häufig erwarten Banken, die endfällige Fremdwährungskredite ausgeben, den Abschluss eines Tilgungsträgers (Kapitallebensversicherungen oder andere Finanzprodukte).

Abgesehen von den Abschlusskosten für den Tilgungsträger, kann eine Nachschusspflicht bei Kreditablauf notwendig werden, wenn das Volumen des Tilgungsträgers nicht ausreicht.

Kreditnehmer tendieren deshalb dazu, das Volumen des Tilgungsträgers höher als zunächst erforderlich zu bemessen. Doch ein solcher Puffer bindet unnötiges Kapital.

Wird der Fremdwährungskredit bei einer ausländischen Bank aufgenommen, können zusätzliche Kontoführungsgebühren entstehen.

Fremdwährungsdarlehen werden in der fremden Währung ausgezahlt und in der fremden Währung getilgt. Zinszahlungen müssen ebenfalls in der Fremdwährung geleistet werden.

Die Fremdwährung muss also bei der Auszahlung in Euro umgetauscht werden und bei der Rückzahlung vom Euro in die Fremdwährung.

Der Kreditnehmer muss für die Auszahlung des Darlehens einen Kassaverkauf und für die Rückführung des Darlehens einen Kassakauf zu den jeweils aktuellen Währungskursen durchführen. Alle diese Transaktionen sind kostenpflichtig.

Fremdwährungsdarlehen ohne SCHUFA, das ist eher ein Suchbegriff zur Eingabe bei Google als dass dieser Begriff die Lösung eines Kreditproblems beschreibt.

Übrigens wird bei Fremdwährungskrediten, die von deutschen Banken vergeben werden, natürlich die übliche Bonitätsprüfung durchgeführt.

In Deutschland ist die Einschaltung einer Wirtschaftsauskunftei vor Kreditvergabe zwingend.

Und meistens handelt es sich dabei um die SCHUFA.