Kostenlose SCHUFA Abfrage: Inhalt und Antragsverfahren

Keyboard mit gelber Taste „Kredit Report“

Einmal jährlich eine kostenlose Selbstauskunft. Dazu sind alle Wirtschaftsauskunfteien seit 2010 gesetzlich verpflichtet.

Auch die führende Auskunftei, die sehr geschäftstüchtige SCHUFA, kommt nicht darum herum, diese Eigenauskunft kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Kostenlos ist bei der SCHUFA nicht sonderlich beliebt. Deswegen wird die kostenlose Selbstauskunft so unauffällig wie nur irgendwie möglich auf der Webseite der SCHUFA angeboten.

Man findet sie elegant eingebettet in andere, kostenpflichtige Selbstauskünfte für Privatpersonen auf der „meineSchufa“ Produktseite.

Dieser Beitrag erklärt den Inhalt der verschiedenen Selbstauskünfte und informiert kurz darüber, wie Verbraucher an die Selbstauskünfte kommen.

Außerdem sind Links aufgeführt zu den Selbstauskünften anderer Wirtschaftsauskunfteien.

Darüber hinaus beschäftigen wir uns kurz mit der normalen Schufaauskunft für Unternehmen, wie beispielsweise für Banken oder Telekommunikationsunternehmen.

Die Informationen geben den Stand September 2017/ Mai 2018 wieder.

Kostenlose SCHUFA Selbstauskunft (Ab 25. Mai 2018)

Achtung! Die kostenlose SCHUFA Selbstauskunft heißt seit Einführung des neuen Datenschutzrechts Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO).

Anders als die bisherige Selbstauskunft kann die Datenkopie mehrmals im Jahr angefordert werden.

Die Datenkopie kann mit einem Onlineformular beantragt werden.

Es gibt zwei Möglichkeiten:

Sie laden eine Kopie Ihres Personalausweises bzw. Ihres Reisepasses zuzüglich Meldebescheinigung mithilfe des dokumentenuploads hoch und wickeln die Bestellung vollständig online ab.

Sie nutzen den Postweg und versenden die Unterlagen im üblichen Verfahren.

Soweit ersichtlich, wird Ihnen die Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO immer mit der Post zugesandt.

https://www.meineschufa.de/index.php?site=11_3

Zum Inhalt der Datenkopie macht die SCHUFA folgende Angaben:

Mit der Kopie der personenbezogenen Daten (nach Art. 15 DS-GVO) erhalten Sie Auskunft über die zu Ihrer Person bei der SCHUFA gespeicherten Daten. Sie erfahren, woher diese stammen und an wen sie weitergeleitet wurden. Bitte beachten Sie, dass die Kopie der personenbezogenen Daten (nach Art. 15 DS-GVO) nur eine Momentaufnahme ist, die lediglich Ihrer persönlichen Information dient. Sie bietet keinen Schutz Ihrer Privatsphäre und sollte aus diesem Grund vertraulich behandelt werden.

Im einzelnen enthält die Datenkopie folgende Informationen:

Das erste Blatt des Schreibens enthält gegenwärtige und frühere Anschriften sowie das Geburtsdatum.

Auf den weiteren Seiten wird Auskunft erteilt über

durch Vertragspartner der SCHUFA veranlasste Eintragungen (Kredite, Girokonten, Telekommunikationsverträge und anderes),

Bonitätsanfragen oder Identitätsanfragen von Partnerunternehmen, beispielsweise vor Abschluss von Kreditverträgen,

den Basisscore, der Partnerunternehmen nicht zur Verfügung gestellt wird, sondern nur zur eigenen Orientierung dient,

an Partnerunternehmen während der letzten zwölf Monate übermittelte Branchenscores.

Kostenlose SCHUFA Eigenauskunft (bis 24. Mai 2018)

Wie bereits angedeutet, lautet die Bezeichnung für die kostenlose SCHUFA Eigenauskunft „Datenübersicht nach Paragraf 34 BDSG“.

Die SCHUFA macht die Bestellung dieser Datenübersicht nicht besonders einfach.

Rufen Sie zunächst das Bestellformular auf.

Drucken Sie das Formular aus. Sie müssen das Formular mit der Post versenden und die in der Formularbeschreibung angegebenen Ausweisdokumente in Kopie beifügen.

Die Adresse lautet:

SCHUFA Holding AG
Postfach 10 25 66
44725 Bochum

Eine Online Auskunft ist bei der kostenlosen SCHUFA Selbstauskunft nicht möglich. Das Verfahren dauert seine Zeit. Bis Sie die Auskunft in Händen halten, können einige Wochen vergehen.

Stellen Sie den Antrag deshalb frühzeitig genug, um die Daten rechtzeitig vor Beantragung eines größeren Kredits oder einer Baufinanzierung auswerten zu können.

Achtung! Um eine vollwertige kostenlose Selbstauskunft zu erhalten, müssen Sie das Kästchen vor „Aktuelle Wahrscheinlichkeitswerte“ am Ende des ersten Teils des Formulars vor dem Unterschriftsfeld ankreuzen.

Unter dem Unterschriftsfeld für die kostenlose Selbstauskunft finden sie dann noch ein Bestellformular für eine kostenpflichtige Bonitätsauskunft.

Diesen Teil müssen sie für die Bestellung der kostenlosen Selbstauskunft nicht ausfüllen. Lassen Sie diesen Teil frei!

So kompliziert das Antragsverfahren ist, so aussagekräftig ist die erteilte Auskunft. Selbst Test.de bestätigt die gute Qualität. Die Selbstauskunft besteht aus vier Teilen.

Teil 1: Hier wird Ihnen das SCHUFA Aktenzeichen mitgeteilt und Sie erhalten Auskunft über Ihre persönlichen Daten und das Datum der Speicherung

Teil 2: Dieser Teil der Selbstauskunft informiert über den Basisscore und den gesamten „Schriftverkehr“ mit den Vertragsunternehmen. Aufgeführt ist, welcher Vertragspartner welche Geschäftsvorfälle zur Datei angemeldet hat und welcher Vertragspartner Bonitätsanfragen angefordert hat.

Am Ende dieses Teils wird der Basisscore angegeben. Der Basisscore dient ausschließlich zur Eigeninformation. Vertragspartner der SCHUFA erhalten diese Information nicht.

Teil 3: Unter dieser Rubrik erfahren Sie, welche Wahrscheinlichkeitswerte an wen übermittelt wurden. Hier geht es um die Übermittlung von Branchenscores im Rahmen von Bonitätsauskünften an Unternehmen.

Teil 4: Mitteilung der aktuellen Wahrscheinlichkeitswerte. Aufgeführt sind alle aktuellen Branchenscores. Es kommt nicht darauf an, ob die Branchenscores von Unternehmen tatsächlich abgerufen wurden.

In diesem Teil der kostenlosen Selbstauskunft werden Sie vielleicht auf folgende Symbole stoßen:

 

Symbol Erklärung
++ Deutlich unterdurchschnittliches Risiko
+ Unterdurchschnittliches Risiko
0 Durchschnittliches Risiko
Überdurchschnittliches Risiko
– – Deutlich überdurchschnittliches Risiko
n/v Nicht verwendet

 

Kostenpflichtige Bonitätsauskunft

Die Bonitätsauskunft eignet sich zur Vorlage an Dritte. Das können beispielsweise Vermieter oder Arbeitgeber sein.

Die Auskunft besteht aus zwei Teilen.

Der erste Teil dient der Weitergabe. Er enthält lediglich (hoffentlich) die beweiskräftige Mitteilung, dass keine negativen Merkmale bei der SCHUFA gespeichert sind.

Der zweite Teil der Auskunft dient der persönlichen Verwendung. Dieser Teil enthält alle bei der SCHUFA über eine bestimmte Person gespeicherte Daten.

Die SCHUFA Bonitätsauskunft ist kostenpflichtig. Gegenwärtig wird eine Gebühr in Höhe von 29,95 Euro erhoben. Sie kann auf dem Postwege bestellt werden.

Meine SCHUFA kompakt

Dieses Produkt ist ein Onlineangebot zum Preis von monatlich 3,95 Euro mit einer Laufzeit von einem Jahr. Wer sie bestellt, erhält einen Sonderpreis für die SCHUFA Bonitätsauskunft (9,95 Euro).

Nutzer können jederzeit die gespeicherten Daten abgerufen, online oder telefonisch. Zudem gibt es ein Beratungsangebot.

meineSCHUFA kompakt lässt sich „upgraden“.

meineSchufa plus kostet monatlich 4,95 und enthält zusätzlich einen Identitätsschutz.

Angesichts zunehmender Internetkriminalität, ist der Identitätsschutz eine sinnvolle Dienstleistung. Der Identitätsschutz hilft, den Diebstahl persönlicher Daten im Internet zu erkennen, und es gibt Beratungsangebote.

meineSchufa premium ist der Mercedes unter den Angeboten für Auskünfte an Privatpersonen.

Das Angebot enthält zusätzlich einige Bonusleistungen wie die Partnerkarte (alle Leistungen für eine zusätzliche Person ein Jahr lang gratis) und einen Prioritätsservice (bevorzugte Behandlung bei Anfragen).

Zudem gibt es eine Unternehmensauskunft einmal jährlich gratis. Darüber hinaus wird dafür eine Gebühr in Höhe von 28,50 Euro erhoben.

Mit der Unternehmensauskunft können Sie feststellen, ob eine Firma, mit der sie Geschäfte machen wollen, vertrauenswürdig ist.

meineSCHUFA kostet monatlich 6,95 Euro zuzüglich einer einmaligen Aktivierungsgebühr in Höhe von 9,95 Euro.

Schufaauskunft für Unternehmen

Für Verbraucher ist sicherlich von Interesse, welchen Inhalt die normalen Auskünfte an Unternehmen haben.

Es gibt drei Basisprodukte: Schufaauskunft, Nachmeldung und Anschriftenermittlung.

Die klassische Schufaauskunft für Unternehmen enthält Angaben zu natürlichen Personen und der SCHUFA vorliegende Informationen über nicht vertragsgemäße Erfüllung.

Zudem enthält die Auskunft Daten aus öffentlichen Verzeichnissen und amtlichen Bekanntmachungen.

Liegen keine negativen Eintragungen vor, enthalten die Auskünfte einen entsprechenden Hinweis, dass ausschließlich positive Merkmale festgestellt worden.

Zudem wird auf Anfrage der zutreffende Branchenscore mitgeteilt. Nach der Produktbeschreibung der SCHUFA variieren die Auskünfte je nach Branche und Informationsbedarf.

Mit der SCHUFA Nachmeldung erhalten Unternehmen aktualisierte Informationen zu ihren Kunden. Auf diese Weise können Änderungen bei der Bonität erfasst werden.

Beispiel: Eine Bank gewährt ihrem Kunden einen unbefristeten Rahmenkredit zu einem bestimmten Zinssatz. Verschlechtert sich die Bonität, kann der Zinssatz angepasst werden.

Die SCHUFA Anschriftenermittlung dient in erster Linie zum Aufspüren von Kunden, die Verträge nicht ordnungsgemäß erfüllt haben und unbekannt verzogen sind.

Sie dient außerdem der Prävention, wenn die unbekannt verzogene Person mit einem anderen Unternehmen Geschäftsbeziehungen eingehen will.

Kostenlose Selbstauskunft nicht nur bei der SCHUFA einholen

Die SCHUFA ist die wichtigste Auskunftei. Vor allem die Kreditwirtschaft nutzt in erster Linie die SCHUFA.

Es gibt aber weitere Wirtschaftsauskunfteien mit anderen Schwerpunkten.

Vor allem im Onlinehandel, im Versandhandel und bei Telekommunikationsverträgen sind die umfangreichen Dienstleistungen der SCHUFA nicht erforderlich und häufig auch zu teuer.

Amazon beispielsweise nutzt ausschließlich Infoscore. Der Versandhändler Otto bemüht neben der SCHUFA auch Bürgel.

Bürgel, Infoscore und Boniversum (Creditreform) sind bei T-Online unter Vertrag. Telefonica holt sich Auskünfte nicht nur bei der SCHUFA, sondern außerdem bei Infoscore und Boniversum.

Ein Auskunftsfetischist ist die Postbank. Neben der SCHUFA werden Deltavista und Infoscore bemüht.

Nicht wenige Direktbanken geben sich ebenfalls nicht nur mit der Schufaauskunft zufrieden. Sehr häufig wird daneben noch eine Auskunft bei Creditreform (Boniversum) eingeholt.

Die P2P Kreditbörse auxmoney vergibt nach eigenen Angaben Kredite bei negativer SCHUFA. Aber auf Bonitätsauskünfte wird natürlich nicht verzichtet. Genutzt wird der CEG-Score von Creditreform und die Auskunft von Infoscore.

Unter anderem mit den durch diese Auskünfte gewonnenen Erkenntnissen ermittelt auxmoney noch einen hauseigenen Bonitätswert.

Der Finanzdienstleister smava bietet kostenlos einen Score Kompass an, mit dem der Score von arvato Infoscore abgerufen werden kann.

Allerdings ist es erforderlich, sich zuvor anzumelden.

Nachfolgend die Links zu den Selbstauskünften der neben SCHUFA wichtigsten Auskunfteien:

Creditreform (Boniversum)

arvato-Infoscore

Bürgel

Bonigo (Powered by Boniversum, Privatkundenservice von Creditreform)

Deltavista

Auskünfte über Eintragungen in amtliche Verzeichnisse können auf dem Vollstreckungsportal abgerufen werden.

Wahrscheinlich ist es nicht notwendig, bei jeder dieser Wirtschaftsauskunfteien eine jährliche Selbstauskunft einzuholen.

Kostenlose Selbstauskünfte bei der SCHUFA sind ein Muss. Bei den anderen Wirtschaftsauskunfteien, sind Selbstauskünfte eine Frage des Bedarfs.

Neben der SCHUFA sind unseres Erachtens Creditreform (Boniversum) und Infoscore die für Privatpersonen wichtigsten Auskunfteien.

Selbstauskünfte beeinflussen weder den Basisscore noch die verschiedenen Branchenscores.